Sonntag, 22. September 2019
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Talentschmiede der Feuerwehr

LORSCH/BERGSTRASSE "Als ich zum Grundlehrgang der Feuerwehr nach Lorsch gekommen bin, habe ich Bauchgrummeln gehabt. Was gibt es für Ausbilder? Was kann ich lernen? Das war alles nach dem ersten Wochenende vorüber", erklärte Oliver Quadflieg, Lehrgangssprecher aus Nieder-Liebersbach. Dann überreichte er den vier Ausbildern Andreas Brückmann, Klaus Brehm, Uwe Koch und Jonas Schwering kleine Präsente von den 34 Lehrgangsteilnehmern. Die jungen Feuerwehrleute kamen aus dem gesamten Kreis Bergstraße.

Es war nicht irgendein Lehrgang. Besonders war er auch nicht nur deswegen, weil alle Teilnehmer ihre Prüfung bestanden hatten. Der Lehrgang war ein Jubiläum: der 200. im Lorscher Feuerwehrgerätehaus. Und so dankte Quadflieg den Ausbildern. Sie verdienten Respekt, da es nicht alltäglich sei, junge Leute auszubilden. Dass diesmal alle Nachwuchskräfte bestanden hatten, sei Verdienst "der guten Ausbilder", lobte Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller zum Abschluss. Seit der ersten Veranstaltung dieser Art im Jahr 1966 hat sich viel verändert - allein, was die Technik betrifft. Lorschs Stadtbrandinspektor Franz-Josef Schumacher erinnerte an den ersten Lehrgang vor 50 Jahren. Ab 1972 fand die Ausbildung in Bensheim und Heppenheim statt, seit 2005 wieder in Lorsch und in Heppenheim. Angeregt wurden die Lehrgänge von Josef Neudecker - der Lorscher wurde 1964 zum Kreisbrandinspektor gewählt. Werner Trares, stellvertretender Kreisbrandinspektor aus Heppenheim erinnerte sich noch an den Ablauf des Lehrgangs. Alle Beteiligten absolvierten einen Erste-Hilfe-Lehrgang, hatten Gerätekunde, Fahrzeugkunde und mussten Unfallverhütungsvorschriften lernen. Sie wurden über die Gefahren an Einsatzstellen informiert und übten in der Praxis den Löschangriff mit Schläuchen und tragbaren Leitern. Theorie und Praxis wurden mündlich und schriftlich mit 30 Fragen geprüft. Abgeschlossen wurde der Lehrgang mit einem gemeinsamen Essen im Feuerwehrhaus.

Kreisbrandinspektor Müller verlas unterdessen die Namen der Teilnehmer des Jubiläumslehrgangs und Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz überreichte ihnen die Zeugnisse. Sie war erstmals bei der Lorscher Wehr und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Stolz sprach von einem besonderen Lehrgang. Erfreulich ist, so die Erste Kreisbeigeordnete weiter, dass längst auch Frauen teilnehmen können. Dieses Jahr waren sechs unter den Prüflingen. Nicht verändert habe sich dagegen die Kameradschaft. Sie soll auch weiterhin gepflegt werden.Lorschs Bürgermeister Christian Schönung, der allen Teilnehmern einen Pin der Stadt Lorsch als Erinnerung überreichte, bezeichnete den Lehrgang als ersten wichtigen Schritt vom Anwärter zum Feuerwehrmann. Es sei nicht einfach, sich von den Angehörigen zu verabschieden, wenn der Alarmpiepser ertönt, nicht zu wissen, was passiert ist und ob man gesund zurückkommt, lobte er das Engagement der Ehrenamtlichen. Schönung erinnerte an die ersten Lehrgänge, die im Birkenauer Ortsteil Reisen und in Lorsch durchgeführt wurden. Die Klosterstadt verfügt mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus über die notwendige Infrastruktur. Kreisbrandinspektor Müller wünschte den "jungen Männern und Frauen der Zukunft", dass sie den Bazillus "Florian" in ihre Wehren weitertragen. Er lobte die Lorscher Feuerwehr: "Wir sind hier gut aufgehoben, alles hat geklappt", sagte er. Nichts funktioniere jedoch ohne die Praktiker, die nach geltenden Vorschriften ausbilden. Kreisausbilder Andreas Brückmann aus dem Bensheimer Stadtteil Auerbach erinnerte daran, dass sich die jungen Leute mit Leitern und Schläuchen und auch mit der Theorie herumgeschlagen hätten. Er hofft, dass es den Prüflingen trotzdem Spaß gemacht hat. Gleichzeitig mahnte er aber auch, das erworbene Wissen zu pflegen sowie hin und wieder die Dienstvorschriften zu lesen, um zu wissen, was richtig ist. ml 

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 03.11.2016

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